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Tropische Regenwälder erleben immer häufiger ungewöhnliche Hitze
Selbst in geschützten tropischen Regenwäldern häufen sich ungewöhnlich heiße Tage. Langzeitmessungen aus Costa Rica und Puerto Rico deuten laut statistischen Modellen darauf hin, dass ihre Zahl bis 2024 von rund acht auf etwa 35 pro Jahr gestiegen ist. Beim Regen gehen die Trends auseinander: In Costa Rica werden sehr starke Niederschläge häufiger, in Puerto Rico trockene Tage.
Raleigh (U.S.A.). Wärme und Regen prägen tropische Wälder das ganze Jahr, doch die Schwankungen können an einzelnen Standorten vergleichsweise gering sein. Deshalb lassen Mittelwerte leicht übersehen, wie stark sich kurze Hitzeperioden oder besonders heftige Niederschläge verändern.
Vor allem für empfindliche Lebensgemeinschaften kann entscheidend sein, wie oft die Bedingungen die gewohnten Grenzen überschreiten. Dafür liefern jahrzehntelange tägliche Aufzeichnungen von Messstationen aussagekräftigere Hinweise als wenige Einzelmessungen.
Forscher der North Carolina State University (NC State) um Prof. Alonso Ramírez haben Messreihen aus La Selva in Costa Rica und El Verde in Puerto Rico ausgewertet. Der erste Standort liegt im Tieflandregenwald, der zweite in einem tropischen Bergwald. Die Temperaturen wurden dort seit 1992 beziehungsweise 2000 bis einschließlich 2024 registriert.
Das Team verglich an beiden Standorten die Häufigkeit von Tagen, an denen die Lufttemperatur über dem lokalen Schwellenwert der heißesten fünf Prozent lag. Laut statistischem Modell nahm ihre Zahl vom Anfang der jeweiligen Messreihe bis 2024 von rund acht auf etwa 35 Tage jährlich zu. Vor allem die Jahre 2023 und 2024 trugen zu diesem Anstieg bei.
„Temperaturspitzen werden heftiger und häufiger“, erklärt Alonso Ramírez.
Die mittlere Lufttemperatur stieg an beiden Stationen den Berechnungen zufolge um rund 0,29 Grad Celsius pro Jahrzehnt. Die genaue Größe dieses Trends reagiert allerdings empfindlich auf eine statistische Vorannahme, sodass der deutliche Befund häufiger Hitzetage besonders ins Gewicht fällt.
Bei den Niederschlägen zeigten die beiden Wälder trotz ihrer Lage im karibischen Raum unterschiedliche Veränderungen. In La Selva stieg die modellierte Zahl außergewöhnlich starker Regentage mit mehr als 93,2 Millimetern Niederschlag von etwa einem auf sechs Ereignisse pro Jahr. Gleichzeitig sank die Zahl vollständig trockener Tage von 128 im Jahr 1983 auf 70 im Jahr 2024.
In El Verde nahm dagegen die Zahl der Tage mit weniger als 1,4 Millimetern Regen von 152 auf 170 pro Jahr zu. Häufigere Starkregenereignisse ließen sich dort statistisch nicht nachweisen, und an keinem Standort ergab sich ein gesicherter langfristiger Trend der durchschnittlichen täglichen Regenmenge.
„Es überrascht, dass ein Ort feuchter und der andere trockener wird“, sagt Prof. Marcelo Ardón von der North Carolina State University.