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Xbox Cloud Gaming: Nano-Controller funkt direkt zum Server
Beim Cloud-Gaming zählt jede Millisekunde zwischen Tastendruck und Reaktion auf dem Bildschirm. Microsoft erprobt deshalb einen anderen Übertragungsweg für die Steuerbefehle des Xbox Nano Controllers. Vorerst können allerdings nur Spieler in den USA die neue Technik ausprobieren.
Normalerweise überträgt ein per Bluetooth verbundener Controller seine Eingaben zunächst an den Fernseher, der sie anschließend über das Internet an Microsofts Server weiterleitet. Die neue Funktion namens Cloud Connect soll diesen Weg verkürzen. Der im Oktober vorgestellte Xbox Nano Controller verbindet sich dazu selbst mit dem heimischen WLAN und schickt die Steuerbefehle direkt an den Cloud-Server, auf dem das Spiel ausgeführt wird.
Auf diesem Weg will Microsoft die Eingabeverzögerung reduzieren, die insbesondere bei schnellen Spielen zum Problem werden kann. Wie viele Millisekunden sich gegenüber der herkömmlichen Bluetooth-Verbindung einsparen lassen, beziffert das Unternehmen bislang nicht. Auch Vergleichsmessungen liegen noch nicht vor.
Die Bild- und Tonübertragung läuft weiterhin über den Fernseher beziehungsweise das Gerät, auf dem Xbox Cloud Gaming gestartet wurde. Der Controller benötigt lediglich einen eigenen Internetzugang, um seine Eingaben unabhängig davon zu übertragen.
Für die Einrichtung von Cloud Connect stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung: die Xbox-Beta-App auf Android oder die Xbox-Zubehör-App unter Windows. Letztere setzt zusätzlich eine Teilnahme am Xbox-Insider-Programm voraus. Über die jeweilige Anwendung wird der Controller mit dem WLAN verbunden und dem Xbox-Konto zugeordnet.
Anschließend muss sich der Spieler auf dem Fernseher oder im Browser mit demselben Xbox-Konto anmelden. Darüber findet der Controller die zugehörige Cloud-Gaming-Sitzung. Eine lokale Xbox-Konsole ist dafür nicht erforderlich, da die Spiele auf Microsofts Servern ausgeführt werden.
Die Testphase hat am 4. November begonnen und ist zunächst auf die USA beschränkt. Cloud Connect lässt sich derzeit auf unterstützten Smart-TVs und im Browser ausprobieren, wobei noch nicht alle Cloud-Gaming-Umgebungen kompatibel sind. Ob Microsoft die Funktion später auch für andere Xbox-Controller freigibt, ist ebenso offen wie ein möglicher Starttermin für Deutschland.
Parallel dazu testet Microsoft eine weitere Möglichkeit, Xbox Cloud Gaming ohne zusätzliche Hardware zu steuern. Auf unterstützten Smart-TVs können Nutzer künftig ihr Android-Smartphone oder iPhone als Gamepad verwenden. Die dafür benötigten Bedienelemente werden direkt im Browser des Smartphones angezeigt. Eine zusätzliche Anwendung muss nicht installiert werden.
Zunächst muss in der Xbox-App auf dem Fernseher unter den Kontoeinstellungen die Option für Vorschaufunktionen aktiviert werden. Wird anschließend ein Spiel ohne verbundenen Controller gestartet, erscheint die Möglichkeit, das Smartphone zur Steuerung zu verwenden. Ein QR-Code auf dem Bildschirm stellt die Verbindung her.
Die Steuerung erfolgt über virtuelle Tasten auf dem Touchscreen. Für ausgewählte Spiele bietet Microsoft angepasste Bedienoberflächen an, die auf deren jeweilige Anforderungen zugeschnitten sind. Welche Titel bereits davon profitieren, geht aus der Ankündigung nicht hervor.