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Covid-19-Impfstoffe brachten bis zu 64,3 Billionen Dollar gesellschaftlichen Nutzen
Teurer Wettlauf mit riesigem Ertrag: Die Entwicklung und Verteilung der Corona-Impfstoffe kostete weltweit geschätzt 79,4 Milliarden US-Dollar. Ihr gesellschaftlicher Nutzen lag im ersten Impfjahr laut einer neuen Modellrechnung bei 6,43 bis 64,3 Billionen Dollar. Ausschlaggebend waren vermiedene Todesfälle und schwere Erkrankungen, doch die Vorteile verteilten sich sehr ungleich.
New York (U.S.A.). Die Corona-Impfstoffe kamen in Rekordzeit auf den Markt, ermöglicht durch umfangreiche Investitionen von Staaten, Unternehmen und weiteren Geldgebern. Doch wie groß war der gesellschaftliche Gegenwert der außergewöhnlichen Ausgaben im ersten Jahr der weltweiten Impfkampagne?
Weniger Erkrankungen und Todesfälle entlasten nicht nur die Krankenhäuser, sondern verhindern auch Arbeitsausfälle und bewahren Lebenszeit. Einen Teil dieses Nutzens kann man in eingesparten Kosten ausdrücken, andere Vorteile lassen sich nur mithilfe wirtschaftlicher Bewertungsmodelle beziffern.
Forscher der New York University (NYU) um Prof. Mark Jit haben nun den weltweiten Nutzen der Corona-Impfungen vom 8. Dezember 2020 bis zum 8. Dezember 2021 untersucht. Dazu verknüpften sie die Ergebnisse eines früheren Infektionsmodells für 173 Länder mit Daten zu Impfstoffentwicklung, Herstellung, Verteilung und wirtschaftlichen Folgen vermiedener Erkrankungen.
Die Gesamtkosten für Entwicklung und Impfprogramme beziffert die Analyse auf 79,4 Milliarden US-Dollar. Dem steht ein berechneter gesundheitlicher und wirtschaftlicher Gegenwert von 6,43 bis 64,3 Billionen Dollar gegenüber, je nach Methode zur Bewertung geretteter Leben.
Gemessen an den Ausgaben entspricht das im Grundmodell einem Nettoertrag von 59,7 bis 809 Dollar je investiertem Dollar. Diese Beträge sind allerdings kein Gewinn auf einem Bankkonto, sondern der monetär bewertete Nutzen für die Gesellschaft.
Die Basis bildet ein Vergleich zweier modellierter Pandemieverläufe: einer mit den tatsächlich verabreichten Impfstoffen und einer ohne jegliche Corona-Impfung. Danach wurden durch die Impfungen schätzungsweise 1,50 Milliarden Infektionen und 51,5 Millionen Krankenhausaufenthalte verhindert.
Ein zuvor veröffentlichtes Modell hatte außerdem 14,4 bis 19,8 Millionen vermiedene Todesfälle im ersten Jahr errechnet, abhängig von der zugrunde gelegten Sterbestatistik. Zusammengenommen entsprachen die verhinderten Erkrankungen und Todesfälle in der neuen Analyse rund 364 Millionen zusätzlich gewonnenen qualitätsgewichteten Lebensjahren.
Um daraus einen Geldwert abzuleiten, verglich das Team zwei Ansätze. Der eine bezifferte, wie viel Menschen für die Verringerung ihres Sterberisikos zu zahlen bereit wären, während der andere den gesundheitlichen Zugewinn anhand der Kosten vergleichbarer Leistungen im Gesundheitssystem bewertete.
Dieser Unterschied erklärt einen Großteil der Spannweite: Bei der Bewertung des Sterberisikos entfielen allein auf vermiedene Todesfälle 63,5 Billionen Dollar. Hinzu kommen unabhängig von solchen Bewertungen geschätzte Einsparungen von 564 Milliarden Dollar durch vermiedene Produktivitätsausfälle und 222 Milliarden Dollar an Behandlungskosten.