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Supermärkte: Warum Kühlregale leicht zu hacken sind
Angefangen hat es mit Angriffen auf Kühlsysteme in französischen Supermärkten. Inzwischen sind auch deutsche Einzelhändler betroffen. Experten rechnen mit weiteren Attacken auf Kritische Infrastruktur - und Wohnzimmer.
Der deutsche Einzelhandel reagiert gelassen auf die zunehmenden Hacker-Angriffe auf Kühlregale in einzelnen Filialen. "Kein Kommentar", heißt es bei jenen Supermarktketten, die nicht von den Attacken betroffen sind. "Unsere Kühlregale laufen einwandfrei, und die Versorgung mit frischen Lebensmitteln für den täglichen Einkauf ist voll abgesichert", schreibt ein Sprecher der Kaufland-Märkte.
Doch die Gefahr ist real, da die Sicherheitslücken bei den Steuerungssystemen solcher Anlagen so offensichtlich sind. "Generell sind solche Steuerungssysteme weit verbaut und viele davon auch über das Internet erreichbar", erklärt Mirko Ross vom Cybersecurity-Unternehmen Asvin. Diese Erreichbarkeit hat einen Grund: Wartungen können so aus der Ferne durchgeführt werden - das heißt, es muss kein Techniker vor Ort sein.
Bei einem Cyberangriff sind die Tiefkühlsysteme Hunderter französischer Supermärkte lahmgelegt worden.
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Dabei wird es den Hackern leicht gemacht. "Viele Geräte sind so alt, dass es dafür keine Sicherheitsupdates mehr gibt", sagt Dennis-Kenji Kipker vom Cyberintelligence Institute in Frankfurt. "Ob die Täter gezielt Supermärkte gesucht haben oder einfach auf offene Geräte gestoßen sind, wissen wir noch nicht."
Dabei profitieren die Täter auch von der dezentralen Struktur des Einzelhandels. So verweist beispielsweise die Handelskette Edeka auf ihre genossenschaftliche Struktur mit "rund 3.200 selbstständigen Kaufleuten", wie es beim Edeka-Presseteam heißt. Die Konsequenz: "Daher gibt es auch keine einheitlichen Kühlsysteme, sondern diese unterscheiden sich regional und lokal." Einheitliche Sicherungssysteme gibt es somit ebenso wenig. Jeder Markt ist auf sich gestellt.
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Dennoch gibt man sich beim Handelsverband wenig alarmiert, verweist auf "Einzelfälle" ohne nennenswerte Schäden.
"Nach der ersten Welle der Cyberangriffe auf Kühlsysteme französischer Supermarktketten im Oktober wurde die Technik in deutschen Märkten vielfach überprüft", schreibt der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels auf Anfrage der ARD-Finanzredaktion. Außerdem sei "digitale und physische Resilienz eine Daueraufgabe im deutschen Handel".
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