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Richtungsstreit bei US-Republikanern: Was kommt nach der Trump-Ära?
Nach der Niederlage bei den Zwischenwahlen streiten die US-Republikaner über den künftigen Kurs der Partei. Fehleranalyse, Vorwürfe und eigene Bewerbungsreden sind dabei schwer auseinanderzuhalten.
Wer nichts mehr zu verlieren hat, der kritisiert am lautesten. Thom Tillis zum Beispiel: Nach zwölf Jahren als Senator für North Carolina steht er vor der politischen Rente. Doch sein designierter, von US-Präsident Donald Trump handverlesener Nachfolger scheiterte bei den Zwischenwahlen, der Senatssitz ging an die Demokraten verloren.
Daran seien allein Trumps Leute in Washington schuld, poltert Tillis zwei Tage nach der Wahl im Interview mit CNN: Die Amerikaner, so Tillis, seien nachsichtig, wenn jemand seinen Fehler eingesteht und erklärt, was er anders machen werde. Wer aber "auf Dummheit immer noch einen draufsetzt, der wird die auch bekommen".
Interview
05.11.2026
Ein Ende des Trumpismus über Nacht sei unrealistisch, sagt der Politikwissenschaftler Jan-Werner Müller.
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Welche Dummheit genau die Republikaner ihre Mehrheit gekostet hat, darüber streitet nun die Partei. Der Krieg gegen Iran, mit all seinen Folgen für Spritpreise und Staatshaushalt, gilt dem mächtigen America-First-Flügel der Republikaner als politische Ursünde der zweiten Legislatur Trump.
Vom Militär-Engagement der USA im Nahen Osten habe vor allem Israel profitiert, aber nicht die Vereinigten Staaten selbst, kritisieren Republikaner wie der Abgeordnete Thomas Massie. Auch dessen Tage im Kongress sind bereits gezählt. Umso stärker schießt er nun auf US-Verteidigungsminister Pete Hegseth. Im Namen der Kriegsgegner in seiner Partei fordert Massie sogar ein Amtsenthebungsverfahren gegen Hegseth.
Nach der Wahlschlappe geht bei den Republikanern die Spurensuche nach den Gründen los.
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Trump hält davon nichts. Angesprochen auf das drohende Parlamentsverfahren bescheinigte Trump seinem Minister, dieser mache "einen sehr guten Job". Er traue Hegseth sogar zu, den demnächst freiwerdenden Posten als Senator für seinen Wohnsitz-Staat Tennessee im Kongress zu übernehmen. Doch auch dort haben die Republikaner bei den jüngsten Wahlen Verluste erlitten - von Personalvorschlägen aus der Hauptstadt hat man im Süden vorerst genug.
Auch in der Wirtschaftspolitik verteidigt kaum noch ein Republikaner den Kurs des Präsidenten. Von Trumps Zöllen hatten sich republikanische Kandidaten wie Susan Collins in Maine und Mike Rogers in Michigan schon im Wahlkampf abgesetzt. Beide haben ihren Senatswahlkampf trotzdem verloren.