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Finanzierunglücke: Investitionen in Klimaanpassung reichen nicht aus
Schutz vor Klimafolgen bleibt unterfinanziert: Entwicklungsländer benötigen bis 2035 jährlich rund 305 Milliarden US-Dollar für die Klimaanpassung, so ein neuer UN-Bericht. Im Jahr 2024 flossen aus Industrieländern lediglich 28,2 bis 31,7 Milliarden Dollar. Selbst eine Verdreifachung der internationalen öffentlichen Hilfen würde 2035 inflationsbereinigt nur 20 bis 29 Prozent des geschätzten Bedarfs decken.
Nairobi (Kenia). Die Folgen des Klimawandels lassen sich nicht allein durch die Senkung von Treibhausgasemissionen abwenden. Zugleich müssen sich Regionen gegen Hitzewellen, Dürren und Überschwemmungen wappnen, beispielsweise durch Warnsysteme, widerstandsfähige Infrastruktur und eine angepasste Landwirtschaft.
Besonders verletzlich sind viele Entwicklungsländer, in denen für solche Schutzmaßnahmen häufig Geld und institutionelle Kapazitäten fehlen. Weil die globale Erwärmung voraussichtlich zeitweise über 1,5 Grad steigen wird, wächst der Anpassungsdruck weiter. Denn selbst wirksame Vorsorge kann nicht sämtliche Klimaschäden verhindern.
Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) hat gemeinsam mit dem UNEP Copenhagen Climate Centre (UNEP-CCC) den neuen Anpassungsbericht erarbeitet. Demnach flossen 2024 aus Industriestaaten zwischen 28,2 und 31,7 Milliarden US-Dollar an öffentlichen internationalen Anpassungshilfen in Entwicklungsländer. Die beiden Werte beruhen auf unterschiedlichen Berechnungsmethoden.
Nach der OECD-Berechnung waren das etwa eine Milliarde US-Dollar mehr als 2023, nach der Berechnung des UN-Berichts hingegen 2,2 Milliarden weniger. Den jährlichen Finanzierungsbedarf der Entwicklungsländer bis 2035 beziffert der Bericht dagegen auf rund 305 Milliarden US-Dollar, gemessen in Preisen von 2024. Die Schätzung verbindet nationale Klima- und Anpassungspläne mit Modellrechnungen.
Dabei sind die eigenen Anpassungskosten der Privatwirtschaft weitgehend nicht berücksichtigt. Werden sie einbezogen, könnte der Gesamtbedarf nach den Berechnungen nahezu doppelt so hoch liegen. Der Bericht ist eine wissenschaftliche UN-Bestandsaufnahme und keine eigenständige Originalstudie aus einem Fachjournal.
„Die Welt ist nicht darauf vorbereitet, sich an die gegenwärtigen Klimabedingungen anzupassen, geschweige denn an das, was eine Überschreitung der 1,5-Grad-Grenze mit sich bringen wird“, erklärt Inger Andersen, Exekutivdirektorin des Umweltprogramms der Vereinten Nationen.
Auf der Weltklimakonferenz COP30 hatten die Staaten das Ziel formuliert, die internationalen öffentlichen Anpassungshilfen bis 2035 mindestens zu verdreifachen. Je nach Ausgangswert könnten dadurch künftig jährlich 85 bis 120 Milliarden US-Dollar fließen. Das wäre deutlich mehr als heute, aber noch immer zu wenig.
Für einen vergleichbaren Maßstab rechnet der Bericht den Bedarf von 305 Milliarden US-Dollar auf das Preisniveau von 2035 hoch. Bei einer angenommenen Inflation von drei Prozent jährlich ergeben sich dann rund 420 Milliarden US-Dollar. Die verdreifachten Hilfen würden davon lediglich 20 bis 29 Prozent abdecken.
Zudem wäre die höhere Finanzierung erst 2035 vollständig erreicht. In den Jahren davor könnten sich daher zusätzliche Finanzierungslücken auftürmen. Die 305 Milliarden US-Dollar sind somit keine unmittelbar mit den Mitteln von 2024 gleichzusetzende aktuelle Fehlbetragssumme.