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Gebrauchter RAM in der Zweitverwertung: Smartphone-Hersteller werden erfinderisch
von André Westphal
6. Nov. 2026 |
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Es ist sicherlich keinem Leser entgangen, dass wir uns mitten in einer anhaltenden Speicherkrise befinden. Speicherhersteller wie SK hynix oder Micron und auch viele Marktbeobachter gehen davon aus, dass vor 2029 oder sogar 2030 auch keine Linderung eintreten dürfte. Die Preise für RAM und Speicher dürften also hoch bleiben bzw. weiter klettern. Ausgelöst worden ist diese Entwicklung durch den KI-Hype. Denn das Gros an Speicher wird von Rechenzentren aufgekauft. Viele Zulieferer haben deswegen ihre Produktion umgestellt. Um weiteren Preissteigerungen bei ihren Geräten vorzubeugen, werden Smartphone-Hersteller jetzt erfinderisch.
Denn ihr habt auch das sicherlich bemerkt: Nicht nur RAM und Speicher an sich sind teurer geworden, sondern auch so gut wie alle Geräte, die darauf zurückgreifen müssen. Prominent beobachten konnte man die Auswirkungen etwa in diesem Jahr an den Preiserhöhungen bei Spielekonsolen. Aber auch der Preis des Apple TV 4K der 4. Generation demonstriert die missliche Lage. Im mobilen Segment wiederum stehen vor allem Geräte der Einstiegs- und Mittelklasse unter Druck. Deswegen greifen in jenen Bereichen offenbar immer mehr Hersteller zu Reballed-Memory.
Grob ist damit bereits verwendeter Speicher gemeint, der mit neuen Lötkugeln versehen und damit neu verwendet werden kann. In der Regel wird auf diese Weise aktuell alter LPDDR4X-RAM mit 4 GB neu verwendet. Die Marktforscher von TrendForce nehmen an, dass ab 2027 rund 7 bis 9 % der Smartphones mit Reballed-Memory arbeiten werden. Vor allem chinesische Hersteller wenden diese Strategie für Einstiegsgeräte an, um die Herstellungskosten zu drücken.
TrendForce nimmt zwar wahr, dass Reballed-Memory derzeit primär in Einstiegs- und Mittelklasse verwendet wird, hält aber auch eine Ausweitung dieser Praxis auf das Premium-Segment durchaus für möglich. Sollte sich die Speicherkrise weiter verschärfen, dann hält man jenes Szenario im nächsten Jahr in Einzelfällen für durchaus wahrscheinlich. Dennoch dürften eben weiterhin insgesamt nur ein einstelliger Prozentbereich der Geräte davon betroffen sein.
Letzten Endes hat die Wiederverwendung von gebrauchtem RAM zudem auch so seine Tücken. Die Hersteller müssen die Qualität genau prüfen und im Zweifelsfall kann es doch zu kürzeren Lebensdauern der Geräte und mehr Garantiefällen kommen. Da ist also Vorsicht geboten, um das Vertrauen der Kunden nicht zu verlieren. Für euch als Käufer wird es von außen aber nicht sichtbar sein, ob und bei welchen Smartphones die Hersteller Reballed-Memory verwenden. Im Idealfall sollte es dadurch ja auch keine Nachteile geben.
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