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Im Test vor 15 Jahren: Stronghold 3 kam sechs Monate zu früh
Vor 15 Jahren veröffentlichte ComputerBase den Test zu Stronghold 3. Das Strategiespiel behielt die Grundidee der beliebten Burgenbau-Reihe bei, scheiterte jedoch an zahlreichen technischen und spielerischen Problemen. Firefly reagierte mit elf Patches – und arbeitet heute am nächsten Hauptteil.
Stronghold hatte sich mit seinem Debüt im Jahr 2001 vor allem durch die Verbindung von Burgenbau, Wirtschaftssimulation und mittelalterlichen Belagerungen einen Namen gemacht. Stronghold 2 (2005) konnte nicht mehr uneingeschränkt überzeugen, weshalb mit dem dritten Teil die Rückkehr zu alter Stärke gelingen sollte.
Am grundsätzlichen Spielprinzip hatte sich wenig geändert. Spieler errichteten Burgen, kümmerten sich um die Versorgung ihrer Bevölkerung und verteidigten ihre Festungen gegen feindliche Angriffe. Eine Militärkampagne stellte Schlachten und Belagerungen in den Mittelpunkt, während die Wirtschaftskampagne den Aufbau funktionierender Produktionsketten verlangte. Hinzu kamen historische Belagerungen, ein freier Baumodus und ein Mehrspielermodus für bis zu acht Teilnehmer.
Auch wir attestierten dem Spiel im damaligen Test, dass die wesentlichen Stärken der Reihe weiterhin vorhanden waren. Die Umsetzung bereitete allerdings erhebliche Probleme.
Ausgerechnet der Bau einer Burg, das Herzstück der Reihe, erwies sich als ausgesprochen umständlich. Steinmauern ließen sich nur mühsam platzieren, Lücken schwer schließen und Treppen wollten mitunter partout nicht an bereits errichtete Mauern passen. Im schlimmsten Fall blieb nur das Laden eines älteren Spielstands, um die Festung noch einmal anders aufzubauen.
Auch die Steuerung der Soldaten bereitete Probleme. Die Positionierung der Einheiten war ungenau, ihre Wegfindung fehleranfällig. Hinzu kam, dass unterschiedliche Truppentypen beim gemeinsamen Vorrücken keinerlei Rücksicht aufeinander nahmen. Schnelle Bogenschützen stürmten voraus, während die langsameren Einheiten mit ihren schützenden Schilden noch weit zurücklagen. Wer seine Truppen nicht ständig einzeln dirigierte, musste damit rechnen, dass ein eigentlich überlegenes Heer unnötige Verluste erlitt.
Die gegnerische KI machte ebenfalls keine gute Figur. Angreifende Truppen bewegten sich häufig unkoordiniert auf eine Festung zu und konnten deshalb nacheinander ausgeschaltet werden. An anderer Stelle erwiesen sich einzelne gegnerische Lanzenträger als erstaunlich widerstandsfähig. Im Test hatten teilweise 15 eigene Lanzenträger erhebliche Schwierigkeiten, gerade einmal zwei Gegner im Nahkampf zu besiegen.
Der Mehrspielermodus bot ebenfalls wenig Grund zur Freude. Von den drei vorgesehenen Spielmodi funktionierte während des Testzeitraums lediglich Deathmatch, und auch dort sorgten Probleme beim Matchmaking und wiederholte Verbindungsabbrüche für Frust.
Die Wirtschaftssimulation funktionierte trotz einiger Vereinfachungen weiterhin ordentlich. Auch größere Belagerungen konnten durchaus Spaß machen. Das änderte allerdings wenig daran, dass sich die Spieler mit mangelhafter Wegfindung und einer schwachen KI herumschlagen mussten. Auch die Präsentation half dem Spiel nicht. Matschige Texturen und schwache Effekte konnten trotz neuer Wettereffekte und eines Tag-Nacht-Wechsels kaum begeistern.
Unser Fazit fiel entsprechend eindeutig aus: „Nach aktuellem Stand kann man Stronghold 3 niemandem empfehlen.“