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Montag: Ringen um Daten insolventen Cloud-Providers, Datenklau bei Großkonzernen
TV-Archiv ohne lokales Backup + Cyberangriffe auf Energiekonzerne + Meta-Brillen weiter zulässig + Technik eines Naturbadesees + Anthropic vor Rekord-Börsengang
Ein US-Fernsehsender liefert sich einen Rechtsstreit um Daten, von denen er kein lokales Backup hat. Die existieren noch, aber der Zugriff ist schwierig. Denn der Cloud-Provider ist insolvent und nicht mehr greifbar. Das Rechenzentrum des Dienstleisters konnte bislang auch nicht helfen. Um Datensicherheit geht es auch bei Shell, Philips, General Electric und fast 50 weiteren Firmen, nachdem russische Cyberkriminelle deren Daten offenbar erbeutet haben. Die ausgenutzten Sicherheitslücken wurden im Juli bekannt, aber entsprechende Patches wurden nicht überall schnell eingespielt. In Deutschland gibt es Bedenken von Datenschützern und ungelöste Rechtsfragen zu Brillen mit integrierten Kameras. Doch die Bundesnetzagentur hält die Meta Smart Glasses aktuell für zulässig. Die Aufnahmefunktion sei durch ein LED-Signal für Dritte ausreichend erkennbar. Das dürfte Kritiker kaum beschwichtigen – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
In der Medienbranche der USA sorgt derzeit ein Fall für Aufsehen, der sich nicht so einfach mit dem alten Slogan „Kein Backup? Kein Mitleid!“ abtun lässt. Zwar hat der nicht-kommerzielle Fernsehsender „Nine PBS“ aus St. Louis kein Backup zur Hand, nur sind dessen Daten nicht unwiederbringlich weg – der Sender kommt bloß nicht an sie heran. Der Cloud-Provider des Senders war im Frühjahr für eine Vertragsverlängerung plötzlich nicht mehr erreichbar, und der Zugriff auf die Daten nicht mehr möglich, denn dieser war insolvent. Die Daten liegen aber bei einem Rechenzentrumsbetreiber, der in irgendeiner Form die Hoheit über die Daten hält, sie aber aus wohl rechtlichen Gründen nicht herausgeben kann. Jetzt wurde er gerichtlich zur Kooperation gezwungen: Cloud-Provider pleite – 70 Jahre TV-Archiv bedroht.
Daten von Großkonzernen sind anderweitig bedroht, denn die mit Russland in Verbindung gebrachte Gruppe von Cyberkriminellen namens Cl0p hat laut eigenen Angaben enorme Datenmengen globaler Unternehmen abgegriffen. Zu den fast 50 Opfern sollen Shell, Philips, General Electric und Fiserv gehören. Die Firmen bestätigen entsprechende Cyberangriffe, aber untersuchen die Vorfälle noch. Cl0p behauptet, 89 GByte von Shell und 13,5 GByte von Philips erbeutet zu haben, hat bislang aber keine Beweise in Form von Beispielen erbeuteter Daten vorgelegt. Die für den Datenklau ausgenutzten Sicherheitslücken wurden vor rund drei Wochen aufgedeckt. Es gibt auch Patches, aber offenbar wurden nicht alle Systeme umgehend aktualisiert: Energie- und Medizintechnikkonzerne wohl Opfer massiven Datendiebstahls.
Die Bundesnetzagentur sieht aktuell keinen Anlass für ein Verbot der viel diskutierten Smart Glasses von Meta und Ray-Ban. Laut Sprecher der Regulierungsbehörde erfülle die sogenannte „Spannerbrille“ derzeit nicht die Voraussetzungen für ein Einschreiten. Zwar sei ein Verbot solcher Geräte grundsätzlich denkbar, heißt es von der Bundesnetzagentur. Die Gesetze untersagen die Herstellung, den Besitz und den Vertrieb von Aufnahmegeräten, die als Alltagsobjekte getarnt sind. Das Bonner Amt legt die Vorschrift bislang aber so aus, dass Smart Glasses zulässig bleiben, solange die Aufnahmefunktion klar erkennbar ist. Entscheidend sei, dass unbeteiligte Dritte wahrnehmen können, wenn sie aufzeichnen. Deshalb gibt es kein Verbot für Meta-Brillen: Behörde sieht LED-Signal als ausreichend.
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Im Naturbad Brackwede fehlt der typische Chlorgeruch. Auf den ersten Blick erinnert das Bad eher an einen großen und gepflegten Schwimmteich als an ein klassisches Freib