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ChatGPT: „Computer History“ protokolliert ab sofort Mac-Aktivitäten
OpenAI hat „Computer History“ für macOS freigegeben. Die optional aktivierbare Funktion der ChatGPT-App protokolliert Aktivitäten auf dem System und erstellt daraus eine zeitliche Übersicht. Auf diese Weise soll der Chatbot zusätzlichen Kontext erhalten, den er bei der Bearbeitung seiner Aufgaben berücksichtigen kann.
Die neue Funktion ist in der Anwendung standardmäßig deaktiviert und muss vom Nutzer ausdrücklich eingeschaltet werden. Zusätzlich können Apps jederzeit von der Erfassung ausgenommen und Aufzeichnungen pausiert werden. Darüber hinaus erhält der Nutzer die vollständige Kontrolle über die erfassten Daten und kann diese jederzeit löschen. In Business- und Enterprise-Workspaces muss zunächst ein Administrator die Funktion freigeben, bevor einzelne Anwender sie aktivieren können. Darüber hinaus muss die Memory-Funktion aktiviert sein. OpenAI weist zudem darauf hin, dass geänderte Einstellungen nicht für zurückliegende Aufzeichnungen gelten, diese müssten daher manuell bearbeitet werden. Vorhandene Daten können dabei differenziert gelöscht werden: Neben einzelnen Timeline-Einträgen lassen sich die letzten zehn Minuten, die letzte Stunde, der letzte Tag oder der komplette Verlauf entfernen. Auch die Sitzung einer bestimmten kürzlich verwendeten App kann gelöscht werden, was ebenfalls die daraus erzeugten Erinnerungen einschließt.
Computer History erfasst unter anderem Klicks, Tastatureingaben, App-Wechsel und Tastenkombinationen, jedoch keine Screenshots, Bildschirmaufnahmen, Audio- oder Videoinhalte oder Aktivitäten im privaten Browser-Modus. Die protokollierten Daten verbleiben 48 Stunden auf dem Gerät und werden anschließend automatisch gelöscht. Auf Wunsch kann ChatGPT daraus jedoch Memory-Dateien erstellen, die als zusätzlicher Kontext verwendet werden können. OpenAI weist allerdings ausdrücklich darauf hin, dass diese Dateien unverschlüsselt im Markdown-Format gespeichert werden.
Die neue Funktion soll laut OpenAI den Anwender insbesondere bei wiederkehrenden Arbeitsabläufen entlasten. Erkennt ChatGPT beispielsweise in der Timeline einen reproduzierbaren Prozess, kann ein Eintrag einen Skill oder eine Automatisierung vorschlagen. Codex kann anschließend aus dem aufgezeichneten Ablauf einen wiederverwendbaren Skill erstellen, den der Anwender später verwenden kann.
Die erstellten Memory-Daten selbst werden laut dem Unternehmen nicht zum Training der eigenen KI-Modelle genutzt. Werden Informationen aus diesen Erinnerungen allerdings später als Kontext in einem Chat verwendet, können die daraus entstehenden Unterhaltungen abhängig von den jeweiligen Einstellungen des Anwenders für das Modell-Training zur Verwendung kommen.
In seiner Dokumentation weist OpenAI zudem auf Prompt Injection als Sicherheitsrisiko hin. So könnten versteckte schädliche Anweisungen auf Websites potenziell beeinflussen, welche Informationen die KI aus der aufgezeichneten Computeraktivität verarbeitet. Aus diesem Grund rät das Unternehmen auch davon ab, die neue Funktion in Kombination mit Kommunikations-Apps zu nutzen. Darüber hinaus sollten Apps mit Gesundheitsdaten, Finanzinformationen oder anderen sensiblen persönlichen Daten ausdrücklich von der Erfassung ausgeschlossen werden.
OpenAI hat mit dem Rollout von Computer History begonnen. Im Europäischen Wirtschaftsraum, in der Schweiz und im Vereinigten Königreich ist die neue Funktion allerdings noch nicht verfügbar.