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»Neinhorn«: Carlsen Verlag kämpft wegen Kinderbuchs gegen die KI ChatGPT von OpenAI
Der Carlsen Verlag klagt wegen der Kinderbuchreihe »Das NEINhorn« gegen Chatbot-Betreiber OpenAI. Das Unternehmen, der Autor Marc-Uwe Kling und die Illustratorin Astrid Henn sähen ihre Rechte verletzt, so der Hamburger Comic-Verlag in einer Mitteilung. Das Kinderbuch »Das NEINhorn« erschien 2019 und wurde seitdem mehrfach fortgesetzt.
»Bereits einfachste Eingaben in ChatGPT führen dazu, dass dem Nutzenden Geschichten vom ›NEINhorn‹ erstellt werden, die in den wesentlichen kreativen Elementen dem urheberrechtlich geschützten Werk von Marc-Uwe Kling und Astrid Henn gleichen«, heißt es in einer Carlsen-Mitteilung. »Die erzeugten Illustrationen lassen sich vom Original kaum unterscheiden.«
ChatGPT mache darüber hinaus eigeninitiativ Vorschläge für weitere »rechtsverletzende Texte und Illustrationen« zum »NEINhorn«, die ohne jede Erwähnung auch die weiteren Charaktere und Handlungsorte aufnehmen würden, so der Verlag weiter. ChatGPT biete ganze Druckvorlagen für illustrierte Geschichten samt Umschlaggestaltung, Impressum, einer falschen Bestellnummer und Verlagslogo an.
»Auf Basis der äußerst detailgetreuen Kopien muss davon ausgegangen werden, dass die Originalwerke in unrechtmäßiger Weise zum Training der Sprach- und Bildmodelle von OpenAI genutzt wurden«, erläuterte Carlsen seine Klage gegen die irische Niederlassung von OpenAI, die den Chatbot in Europa betreibt. Es sei offensichtlich, dass die Werke offenbar durch »Memorisierung« fest in den Fundus der KI-Werkzeuge übernommen worden seien.
Der Autor der »NEINhorn«-Bücher, Marc-Uwe Kling, betont laut der Mitteilung: »Jedem, der sich illegal auch nur einen einzigen Film, ein Buch oder ein Hörbuch runterlädt, droht eine empfindliche Strafe. Aber OpenAI klaut einfach alle Kunst und Kultur der ganzen Welt und glaubt, damit durchzukommen?«
Auch »NEINhorn«-Illustratorin Astrid Henn zeigt sich empört: »Die unerlaubte Verwendung meiner Illustrationen, oft Ergebnis monatelanger Arbeit, mit dem Ziel, dass die KI meine Arbeit, also mein Eigentum, für jedermann nutzbar macht, ist für mich Diebstahl.«
»Das NEINhorn« und seine Folgebände gehören laut Carlsen zu den erfolgreichsten Bilderbüchern in Deutschland.