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Mass Effect 5 in Gefahr? Ex-EA-Chef zweifelt an Release unter neuer Führung
Nach der saudischen Übernahme von Electronic Arts steht die Zukunft von BioWare auf der Kippe. Branchenanalysten befürchten das Aus für das Singleplayer-RPG.
Sowohl intern bei Electronic Arts als auch in der restlichen Branche bereiten sich alle auf einen massiven Umbruch vor. Das Unternehmen gehört nun schließlich komplett dem saudischen Public Investment Fund. Doch das Schicksal eines ganz bestimmten Spiels hängt wohl mehr als jedes andere am seidenen Faden: das nächste Mass Effect.
Bekommen wir Mass Effect 5, das EA und BioWare bereits 2023 angeteasert haben, wirklich noch zu Gesicht? Ein ehemaliger hochrangiger EA-Chef hat da so seine Zweifel. Emmanuel Rosier arbeitete neun Jahre lang als Senior Manager bei EA. Er erklärte gegenüber PC Gamer, dass die weitere Finanzierung von BioWare absolut ungewiss ist.
"Dann gibt es da noch diese Marken wie die BioWare-IPs", sagt Rosier. "Das Studio hat in den letzten Jahren ziemlich zu kämpfen. Die Marke an sich schwächelt ebenfalls. Ich weiß einfach nicht, ob die neuen Besitzer dieses Projekt weiter finanzieren. Das ist für mich das größte Fragezeichen."
Auf die direkte Frage, ob EA BioWare tatsächlich fallen lassen und das Spiel komplett einstampfen könnte, fiel seine Antwort wenig beruhigend aus: "Ich glaube erst an das nächste Mass Effect, wenn ich es mit eigenen Augen sehe. Sagen wir es einfach so", betonte er.
Das kanadische Studio BioWare galt einst als unangefochtener König der Rollenspiele. Nach den immensen Erfolgen der originalen Mass Effect-Trilogie und Dragon Age geriet das Team jedoch durch Flops wie Anthem, Mass Effect: Andromeda und Dragon Age: The Veilguard stark ins Straucheln.
Rosier verließ EA im Jahr 2024. Inzwischen arbeitet er als Director of Market Intelligence beim Branchenanalysten Newzoo. Er betrachtet die Situation also rein aus einer geschäftlichen Perspektive. EA sitzt mittlerweile auf einem Schuldenberg von 20 Milliarden US-Dollar. Dementsprechend erwarten Branchenkenner, dass der Publisher seine größten Zugpferde nun noch aggressiver ausschlachtet. Das lässt vermutlich kaum noch Platz für Singleplayer-Spiele. Auch Titel, die nicht das gewaltige Umsatzpotenzial eines EA Sports FC Ultimate Team oder Apex Legends mitbringen, dürften es schwer haben.
Sogar BioWare-Veteran Mark Darrah zweifelt an der Zukunft von Mass Effect und seinem ehemaligen Studio unter der neuen EA-Führung. Als die erste Ankündigung der 55-Milliarden-Dollar-Übernahme die Runde machte, äußerte sich Darrah bereits besorgt. Er vermutete, dass EA Studios abstoßen könnte, die in den letzten Jahren strauchelten. Das betrifft vor allem Teams, die nicht sonderlich profitabel arbeiteten, schon länger kein Spiel mehr auf den Markt brachten oder schlicht "die Art von Spielen machen, an denen dieses neue Unternehmen kein Interesse mehr hat".