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Mortal Shell 2 ist jetzt schon ein Hit: Darum fasziniert das düstere Soulslike mühelos
Das Action-RPG von Cold Symmetry stürmt die Steam-Charts und fesselt mit einer dichten, überraschend zugänglichen Welt. Ein erstes Fazit.
Mortal Shell 2 ist noch nicht mal “richtig” draußen, da spielen es auf Steam bereits fast 25.000 Menschen gleichzeitig. Die Devout-Edition kommt nämlich mit 72-stündigem Vorabzugang. Dass sich so viele Menschen dieses Vergnügen zehn Euro extra kosten ließen, obwohl die Beta, deren Fortschritt sich ins fertige Spiel übertragen lässt, immer noch live ist, ist für mich ein Zeichen: Mit dem heutigen Release des 50-Euro-Soulslikes von Cold Symmetry – sowohl digital als auch netterweise in einer physischen Edition – könnte uns etwas Großes bevorstehen.
Mortal Shell 2 ist der Nachfolger des düsteren Soulslike-Hits von Cold Symmetry. Das Action-RPG besticht durch Kämpfe ohne Ausdauerleiste, ein Klassensystem mittels fremder Hüllen (Shells) und ist sowohl digital als auch physisch für PC und aktuelle Konsolen wie die PS5 erschienen.
Ich bin mittlerweile auch gut acht Stunden drin in dieser faszinierend widerlichen Welt, von der ich, wie ich glaube, noch keinen Namen gehört habe. Aber egal, offen gestanden habe ich gerade schwerwiegende Probleme, mich ihr zu entziehen. Wie ich sie beschreiben würde? Nun, meine Bierdeckel-Zusammenfassung wäre schätzungsweise: Wie das, was sich normalerweise unter kryptisch-verästelten Black-Metal-Bandnamen auf Plattencovern versteckt.
Schon die FromSoftware-Vorbilder hatten ja eine Menge morbiden Charme, aber Mortal Shell 2 wirkt, als hätten die Entwickler auf der Arbeit Satyricon in Dauerschleife gehört, um am Abend bei Hellraiser-Marathons runterzukommen.
Noch schärfer grenzt sich Cold Symmetrys Werk von etwa Elden Ring mit seiner kompakten Struktur und dem kompletten Verzicht auf eine Ausdauerleiste ab. Ich habe das Gefühl, ich mache ständig Fortschritte, weil die Wege kürzer sind und ich Fallobst-Gegner ohne Angst, meinem Charakter könne die Puste ausgehen, überrolle. Diesem Spiel wohnt (bisher) eine Dichte inne, die ich in anderen Spielen dieser Art oft vermisse. Dennoch wirkt Mortal Shell 2 irgendwie riesig, wenn es meine Reise vom Turm des zentralen Hub-Bereichs zu entdeckten Leuchtfeuern auf der miniaturisierten Karte als mehrere Sekunden langen, gleißenden Kometenflug inszeniert.
Auch legt der Titel eine bislang ungekannte Flexibilität an den Tag, weil man sukzessive neue Shells freischaltet. Das sind Hüllen gefallener Krieger, die gewissermaßen einem Klassenwechsel gleichkommen und jede für sich nette Tricks parat haben. Diese Hüllen spezialisiert ihr mit unterschiedlichen Siegeln, die nachhaltig verändern, wie ihr euch verteidigt, und Gegenständen, die ihr in aktiver und passiver Funktion ausrüsten könnt und die je nachdem anders wirken.
Sogenannte Teersteine verleihen unterdessen neue Angriffe, die sich aus eurer Entschlossenheitsleiste speisen, so wie auch die Nebenwaffen, die bisher ausschließlich für den Fernkampf zuständig sind. Zugegebenermaßen ist das auch ein gutes Stück nach demdas Spiel die Stützräder weggeschlagen hat, noch heftig viel, was es im Blick zu behalten gibt. Doch da Mortal Shell 2 nicht so absurd schwierig ist, habe ich viel Freude daran, das Spiel auf links zu ziehen.
Entwickelt wurde das Spiel von Cold Symmetry. Das Studio machte sich bereits mit dem ersten Teil einen Namen, da es die typische FromSoftware-Formel nahm und mit eigenen Mechaniken (wie dem Verhärten der Hülle) sinnvoll erweiterte, um ein kompakteres Spielgefühl zu schaffen.
Optisch ist es ohnehin superhübsch und läuft auf meiner PS5 Pro im Performance-Modus sehr detailliert in 60 fps. Einbrüche habe ich bei hoher Effektdichte leider trotzdem ausgemacht, aber bei dieser außergewöhnlichen Optik in einem Double-A-Spiel drücke ich gern ein Auge zu. Ich mag neben der finsteren Art-Direction und den abstoßenden Gegner-Designs insbesondere, wie Nebel in der Ferne und Staubpartikel in gleißendem Licht dargestellt werden. Jede Szene erhält durch Atmosphäreneffekte wie d