// TAGESSCHAU INLAND — CRONACA
Vor Landtagswahl: Klingbeil bei Wahlkampf in Sachsen-Anhalt
In Sachsen-Anhalt hat die SPD vor der Landtagswahl einen schweren Stand. Auch für Parteichef Klingbeil steht bei der Wahl viel auf dem Spiel. Beim Wahlkampf vor Ort spürt er die Unzufriedenheit.
Es ist als ein Bilderbuch-Termin für Lars Klingbeil geplant: Der Finanzminister bringt Geld nach Sachsen-Anhalt zu einem Projekt, das schon lange um Geld kämpft: das Wasserwerk Beesen in Halle. 53 Millionen Euro Förderung soll es bekommen, um etwa im Fall einer Dürrezeit für die Trinkwasserversorgung der Region zu sorgen.
Das Finanzministerium nennt es den "Auftakt der Investitionstour" des Ministers. Den Förderbescheid nimmt der Umweltminister Sachsen-Anhalts, Armin Willingmann, entgegen - der auch der SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahlen ist.
FAQ
06.08.2026
Umfragen deuten auf ein starkes Abschneiden der AfD hin - und eine schwierige Regierungsbildung.
mehr
Willingmann, graue Haare, grauer Bart, langjähriger Professor, machte in den vergangenen Wochen keinen Hehl daraus, dass er von der Bundes-SPD und von den Entscheidungen aus Berlin bisher keinen Rückenwind für seinen Wahlkampf bekommen hat. Mit seinem Slogan "Erfahrung statt Experimente" versucht er, bei den Wählern zu punkten.
Bei dem Termin mit Klingbeil vor dem Wasserwerk in Halle spricht Willingmann von dem "Murren in der Bevölkerung, die Attraktivität, das Land schlecht zu reden", so sei es also wichtig, dass man solche Projekte wie das Wasserwerk auch mal "hinbekommt" - und nimmt den Förderbescheid gerne entgegen.
Klingbeil und Spitzenkandidat Willingmann: "Murren in der Bevölkerung"
Von dem "Murren" erzählen auch andere Wahlkämpfer in Sachsen-Anhalt. So manche Entscheidung aus Berlin verfolgt sie, wie zum Beispiel das Ende der abschlagsfreien Rente nach 45 Jahren.
Die allgemeine Unzufriedenheit vor Ort nimmt Klingbeil wahr. "Der hohe Anteil an AfD-Wählern hat sicherlich auch damit zu tun, dass es Unzufriedenheit über die Bundesregierung gibt, ich will es gar nicht abstreiten", sagt er dem ARD-Hauptstadtstudio. "Wir haben wichtige Entscheidungen getroffen, wir haben aber auch zu oft gestritten, wir haben auch zu Unmut geführt und das spiegelt sich dann auch in den Umfragen wider."