// COMPUTERBASE — MODA & SOCIETÀ
Letzter Einsatz für Redfall: Entwickler kehrten nach Entlassung zurück
Microsoft hatte Arkane Austin geschlossen und die Belegschaft entlassen, als die Arbeit an Redfalls letztem großen Update noch nicht abgeschlossen war. Nun berichten ehemalige Führungskräfte des Studios, wie sechs oder sieben Entwickler anschließend zurückkehrten und Version 1.4 doch noch veröffentlichten.
Redfall erschien im Mai 2023 in einem technisch wie spielerisch schlechten Zustand. Arkane Austin arbeitete anschließend ein Jahr lang an Verbesserungen und beseitigte nach Angaben des damaligen Studioleiters Harvey Smith Tausende Fehler. Als Microsoft am 7. Mai 2024 die Schließung des Studios verkündete, befand sich mit Version 1.4 jedoch noch ein umfangreiches Update in Arbeit.
Smith und der damalige Produktionsleiter Ben Horne schildern nun in einem Interview mit The Game Business, wie es danach weiterging. Die bereits entlassenen Entwickler hätten sich an Microsoft gewandt: „Ich weiß, dass wir hier nicht mehr arbeiten, aber können wir das bitte veröffentlichen?“
Microsoft lehnte die ungewöhnliche Bitte nicht ab. Sechs oder sieben ehemalige Beschäftigte durften demnach entsprechende Vereinbarungen unterzeichnen und noch einmal in das bereits geschlossene Studio zurückkehren. Sie stellten das Update fertig, das am 30. Mai 2024 als Game-Update 4 veröffentlicht wurde.
„Es fühlt sich in meiner Karriere wie ein freigeschalteter Erfolg an, etwas zu veröffentlichen, nachdem ich entlassen und das Studio geschlossen wurde“, kommentiert Horne rückblickend. Smith zufolge hätte diese Fassung Redfall zwar auch zum ursprünglichen Veröffentlichungstermin nicht zu einem großen Erfolg gemacht, sie sei aber ein „viel, viel besseres Spiel“ gewesen.
Das letzte Update für Redfall ergänzte unter anderem einen Offline-Modus und eine Pausefunktion für Einzelspieler. Damit blieb der zuvor auf eine Online-Verbindung angewiesene Titel auch nach dem Ende der Entwicklung grundsätzlich dauerhaft spielbar. Darüber hinaus überarbeitete Arkane Austin die Vampirnester, führte ein neues Fortschrittssystem für die Stadtviertel ein und verbesserte erneut Gegner sowie KI.
Die Veröffentlichung erfolgte gut drei Wochen nach der Schließung von Arkane Austin. Zu diesem Zeitpunkt war zunächst davon ausgegangen worden, dass Redfall keine weiteren Aktualisierungen mehr erhalten werde. Das ebenfalls versprochene Heldenpaket erschien tatsächlich nicht – Käufer der entsprechenden Editionen sollten entschädigt werden.
Smith weist im Interview zugleich die einfache Erzählung zurück, Microsoft habe Arkane zu einem Service-Spiel gezwungen. Das Studio habe sich vom damaligen Games-as-a-Service-Trend mitreißen lassen. Er selbst habe die „törichte Chuzpe“ besessen, anzunehmen, Arkane könne seine Stärken mit Klassen, wechselnden Spielmechaniken und einem Service-Konzept verbinden. Hinzu kamen die Pandemie, zahlreiche Personalwechsel und weitere Schwierigkeiten während der Entwicklung.
Smith und Horne haben inzwischen gemeinsam mit weiteren Arkane-Veteranen das Studio Black Pony Immersive gegründet. Das 26-köpfige Team wird von einem bislang nicht genannten Publisher finanziert und will wieder erzählerische Einzelspieler-Spiele aus der Ego-Perspektive entwickeln, bei denen Probleme auf unterschiedliche Arten gelöst werden können. Ein konkretes Spiel wurde noch nicht angekündigt.