// HEISE ONLINE — MONDO
Werbung in Apple Maps: In den USA geht es los
Wie bei Google Maps: Apples Kartendienst kommt im Heimatmarkt bald mit Werbetafeln. Interessierte Unternehmen dürfen sie bereits buchen.
Apple Maps: Hier noch werbefrei – aber nicht mehr lange.
This article is also available in
English.
It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.
Die Zeit der Werbefreiheit bei Apple Maps neigt sich ihrem Ende zu: Im ersten Testmarkt, den Vereinigten Staaten von Amerika, können Interessierte nun Reklame bei dem Kartendienst buchen. Laut dem Bericht eines Fachmagazins ist zudem mit Kanada bereits ein zweites Land in Apples Visier. „Ads on Maps“ soll, so hieß es zumindest vor einigen Monaten, zunächst nur auf iPhone und iPad verfügbar gemacht werden. Die macOS- und Browser-Varianten des Kartendienstes bleiben zunächst verschont. Unklar ist noch, ob die Werbung nur dann auftaucht, wenn man in einem der abgedeckten Länder unterwegs ist – und nicht, wenn man vom Ausland aus im jeweiligen Markt sucht. Apple hatte im Frühjahr offiziell bestätigt, dass es „bis Sommer 2026“ zu einer Umsetzung der Reklamefunktion kommt.
Apple Maps wurde erstmals 2012 veröffentlicht und galt als eines der ersten großen Projekte unter dem damals noch frischen Apple-Chef Tim Cook. Daten- und Software-Defizite sorgten dafür, dass der Dienst anfangs nicht mit Google Maps mithalten konnte – für Apple eine große Peinlichkeit, die sogar zu einer offiziellen Entschuldigung des Managements samt Entlassungen prominenter Mitarbeiter führte. Seither hat sich viel getan: Kartenangebot und Zusatzfeatures wie Auto-, ÖPNV-, Fahrrad- oder Fußgängernavigation wurden optimiert, sodass der Dienst auf vielen iPhones bei der Ortsfindung erste Wahl geworden ist. Jahrelang galt auch die Reklamefreiheit als großes Plus: Während Google immer mehr Anzeigen in Google Maps einbaute, die organische Ergebnisse verdrängen können, setzte Apple auf unbezahlte Ergebnisse samt redaktionellem Content.
Um seine Dienstesparte unter Services-Chef Eddy Cue weiter wachsen zu lassen, setzt Apple inzwischen jedoch ähnlich wie die Konkurrenten auf Werbung. Dabei scheint der Konzern kein Problem damit zu haben, dass dies seinem Image als auf den Schutz der Privatsphäre bedachtes Unternehmen schaden könnte. Erster großer Schritt war Reklame im App Store, wo man mittlerweile organische Ergebnisse schwerer findet, weil man Werbung wegscrollen muss. Ob dies bei Apple Maps ähnlich läuft, bleibt abzuwarten.
Laut dem Fachmagazin MediaPost wird eine Self-Service-Plattform, mit der Unternehmen Anzeigen in Apple Maps platzieren können, nun bereitgestellt. Kunden können Fotos und Werbebotschaften hochladen sowie ein Budget definieren – einen Mindestumsatz scheint es nicht zu geben. Als Lockangebot können Firmen, die bis zum 11. Oktober Anzeigen mit Kreditkarte erwerben, im jeweils darauffolgenden Monat 15 Prozent in Form von Werbe-Credits zurückerhalten (maximal 1000 US-Dollar pro Monat). Laut Apple gibt es bei Apple Maps im Monat mehr als eine Milliarde Suchanfragen nach Geschäften. Die Hälfte davon resultiere in „Kundenaktionen“ wie Anrufe, Besuche oder Käufe. Kundengruppen könnten nach Ort oder Zeit ausgewählt werden. Apples Plattformen wie Apple Business (für kleine Betriebe) oder Apple Ads dienen dem Kauf – es dürfte aber auch Drittvertriebe geben. Apple plant verschiedene Preismodelle und eine API zur Einbindung in bestehende Systeme.
Nicht alle Läden dürfen werben. So sind anfangs keine „Home Services“ wie Schlüsseldienste oder Elektriker erlaubt – warum, bleibt zunächst unklar. Zudem muss ein Unternehmen ein physisches Ladenlokal haben, das Nutzer besuchen können. Teilweise beschränkt sind außerdem Unternehmen aus den Bereichen Alkohol, Dating, Gewinnspiele, medizinische Dienste oder Krypto-Geldautomaten. Apple Maps soll einen Marktanteil von rund 25 Prozent bei US-Navigationsdiensten haben.
Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externer Preisvergleich (heise Preisvergleich) geladen.
Ich bin damit einvers