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Ridley Scott: Regisseur erinnert sich an Kindheit in Deutschland 1947
Der Regisseur Ridley Scott, 88, verbrachte als Kind eines britischen Soldaten einige Jahre in Deutschland, zuvor erlebte er den Zweiten Weltkrieg in Großbritannien. Im Interview mit dem Magazin der »Süddeutschen Zeitung« erzählte er, was diese Zeit mit ihm gemacht habe. »Ich bin Kriegskind. Sie haben Bomben auf uns in Ealing abgeworfen. Ich habe das Bombardement jede Nacht erlebt und mich unter der Treppe versteckt«, sagte Scott.
Zu seinen bekanntesten Filmen gehören »Alien«, »Blade Runner«, »Thelma & Louise«, »Gladiator« und »Der Marsianer«. Sein neuester Film kommt kommende Woche ins Kino. »Das Ende der Sterne« handelt von Kampf zwischen den Überlebenden einer Grippepandemie. Der Kampf zwischen Mensch und Mensch und dessen Folgen sind ein wiederkehrendes Motiv in seinen Filmen. Es ist etwas, das der Regisseur als Kind hautnah miterlebt hat.
Scotts Vater war als Soldat Teil der Royal Engineers, einer Technikertruppe der britischen Army. Am D-Day, also der Landung der Westalliierten in der französischen Normandie 1944, sei er auch beteiligt gewesen. Nach dem Krieg seien Scott und seine Familie dann nach Deutschland gegangen: »Mein Vater war im Team des Marshallplans, sollte also Deutschland wieder mitaufbauen. Was für zivilisierte Menschen, diese Alliierten, die das wiederaufbauten, was sie zerstört hatten …«
»1947 kamen wir nach Deutschland, da war ich zehn Jahre alt, und ich sah, wie Ihr Land aussah. Wenn man bedenkt, dass wir, also Großbritannien, Bomben auf Deutschland abgeworfen haben, fällt es schwer, das Gute im Menschen zu sehen«, sagte Scott.
Andererseits hätten die Deutschen angefangen. Gut sein könne man nur bis zu einem gewissen Punkt. »Und dann kommt der Moment, in dem man sich verteidigen muss«, sagte Scott. Dennoch: »Man darf einander nicht gleich an die Gurgel gehen. Man muss versuchen zu vergeben. Das sollte immer oberstes Gebot sein, bevor es zu Gewalt kommt«, so Scott. Vergebung sei wichtig.