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Klingbeil macht Vorstoß für Übergewinnsteuer bei Ölkonzernen
Während die Spritpreise im Zuge des Iran-Kriegs stark gestiegen sind, machen Ölkonzerne höhere Gewinne. Finanzminister Klingbeil will diese deshalb zur Kasse bitten und fordert - zusammen mit anderen EU-Staaten - eine Übergewinnsteuer.
Angesichts der weiterhin hohen Spritpreise an den Tankstellen macht sich Bundesfinanzminister Lars Klingbeil für eine Übergewinnsteuer für Ölkonzerne stark.
"Wir müssen das Problem der hohen Energiepreise angehen, indem wir ein EU-weites Rahmenwerk zur Besteuerung von Zufallsgewinnen diskutieren", fordern Klingbeil und fünf europäische Kollegen in einem Schreiben.
Die Preise für Benzin und Diesel sind an deutschen Tankstellen zuletzt um mehrere Cent gestiegen.
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"Wir erleben einen der größten Versorgungsschocks seit Jahrzehnten und überall auf der Welt wächst der Unmut über den Anstieg der Lebenshaltungskosten", heißt es in dem Brief, der an den Finanzminister Irlands gerichtet ist. Das Land hat derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne.
Bisher ergriffene staatlichen Maßnahmen hätten nicht gereicht, um die Preise für Unternehmen und Bürger dauerhaft zu senken oder zu stabilisieren, schreiben die EU-Minister aus Portugal, Spanien, Österreich, Italien, Polen und Deutschland. "Deshalb brauchen wir ein gemeinsames Vorgehen, das sicherstellt, dass diejenigen, die von der Krise profitieren, ihren Teil dazu beitragen, die Belastung für die breite Bevölkerung zu verringern."
Angesichts hoher Spritpreise spricht Grünen-Fraktionschefin Dröge von "Abzocke" - und die Bundesregierung schaue zu.
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"Darüber hinaus ist es unerlässlich, dass uns die Ergebnisse der europäischen Untersuchung zu den Raffinerie-Margen so bald wie möglich vorliegen, um sicherzustellen, dass Raffinerien die aktuelle Energiesituation nicht ausnutzen." Der Brief soll laut "Spiegel" auf Betreiben von Klingbeil zustande gekommen sein. Das Thema Übergewinnsteuer, so die Forderung, solle auf einer Tagung der EU-Wirtschafts- und Finanzminister Mitte September in Dublin auf die Tagesordnung kommen.
Mehrere große Ölkonzerne hatten im Juli ihre Quartalsbilanzen veröffentlicht. Laut der Hilfsorganisation Oxfam werden die sechs größten fossilen Energie-Konzerne - BP, Chevron, Eni, ExxonMobil, Shell und TotalEnergies - ihren Nettogewinn im zweiten im Vergleich zum ersten Quartal 2026 voraussichtlich fast verdoppeln: von 23 Milliarden US-Dollar auf 45 Milliarden US-Dollar.
Mit den hohen Spritpreisen wegen des Iran-Kriegs sind die Rufe nach neuen staatlichen Eingriffen lauter geworden. Die Bundesregierung hatte sich im Frühjahr zunächst auf eine härtere Überwachung von Mineralölkonzernen durch das Bundeskartellamt geeinigt.