// TAGESSCHAU AUSLAND — MONDO
Mindestens 13 Migranten nach Bootsunglück vor Tunesien vermisst
Bei einem Unglück vor der Küste Tunesiens sind offenbar mehrere Menschen ertrunken. Nachdem ihr Boot gekentert war, konnten bislang nur zwei Personen gerettet werden. Auch Minderjährige und eine Schwangere werden vermisst.
Nach einem Schiffsunglück vor der tunesischen Mittelmeerküste werden mindestens 13 Menschen vermisst. Bei den Insassen des untergegangenen Bootes soll es sich um Migranten gehandelt haben, sagte der Leiter des tunesischen Observatoriums für Menschenrechte, Mostafa Abdelkebir, der Nachrichtenagentur Reuters.
Das Boot sei am Donnerstagmorgen in See gestochen und habe sich auf dem Weg zur italienischen Insel Lampedusa befunden, die rund 145 Kilometer von der tunesischen Küste entfernt liegt. Nur zwei Personen seien gerettet worden. An Bord hätten sich überwiegend junge Menschen befunden, auch Minderjährige sowie sieben Mitglieder einer Familie sowie ein Mann und seine schwangere Frau.
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Wie ein Überlebender berichtete, seien die Menschen stundenlang im Wasser getrieben, nachdem das Boot in der Nacht auf Samstag gekentert sei. Der zweite Überlebende befindet sich den Angaben zufolge in einem kritischen Zustand. Die Migranten sollen aus Südtunesien stammen.
Einheiten der Küstenwache suchten mit Unterstützung von Flugzeugen und der Marine nach den Vermissten, teilte die tunesische Nationalgarde mit. Es seien vier Leichen geborgen worden. Es sei jedoch unklar, ob diese von dem verunglückten Boot stammten.
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Das zentrale Mittelmeer ist laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) die tödlichste Migrationsroute der Welt. Die Zahl der Todesfälle habe sich in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt. Mindestens 914 Migranten seien in diesem Jahr auf dieser Route ums Leben gekommen oder würden vermisst.
Tunesien galt lange Zeit als einer der Hauptausgangspunkte für Migranten, die das Mittelmeer in Richtung Europa überqueren wollen. In den vergangenen zwei Jahren ging die Zahl der Abfahrten von Tunesien aus jedoch deutlich zurück. Grund dafür sind verschärfte Kontrollen der tunesischen Behörden, die von der Europäischen Union und insbesondere von Italien finanziell und technisch unterstützt werden.