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Mehr Displays für Refurbished-Geräte
von Benjamin Mamerow
23. Aug. 2026 |
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Die Lust auf ein nagelneues Smartphone lässt derzeit bei vielen angeblich spürbar nach, und das verändert gerade ziemlich grundlegend, wie in der Zulieferkette Geschäfte gemacht werden. Zahlen des Marktforschers Omdia zeigen, dass im ersten Quartal 2026 zum ersten Mal überhaupt mehr Displays in den Refurbished-Bereich gegangen sind – also in Reparaturen, aufbereitete Gebrauchtgeräte und Ersatzteile – als an die eigentlichen Smartphone-Hersteller.
Der Refurbished-Sektor hat demnach im Jahresvergleich 20 Prozent mehr Panels bekommen, macht zusammen 298 Millionen Stück. Die Hersteller von Neugeräten kamen im gleichen Zeitraum nur auf 289 Millionen Displays. Ein Hauptgrund dafür sind laut Omdia die kräftig gestiegenen Preise für Speicherchips. Viele Hersteller haben deshalb ihre Produktion für neue Geräte spürbar zurückgefahren. Für das komplette Jahr 2026 rechnet man sogar mit einem Rückgang der Display-Nachfrage für Neugeräte um 12 Prozent.
Für die Display-Hersteller ist das eine echte Zwickmühle. Panel-Produktion kostet enorm viel Geld und muss langfristig geplant werden – mal eben die Fabrik drosseln, geht wirtschaftlich einfach nicht. Also müssen die überschüssigen Kapazitäten irgendwo hin, und da kommt der Reparatur- und Ersatzteilmarkt ins Spiel. Er dient der Branche gerade als eine Art Ventil, um die Fixkosten trotz schwacher Nachfrage im Neugerätesektor noch zu decken.
Das hat auch ganz konkrete Folgen für die Qualität der Ersatzteile, die im Handel landen. Weil die Hersteller ihre Premium-Panels irgendwie loswerden müssen, tauchen laut Omdia inzwischen deutlich mehr hochwertige OLED-Displays im Reparatursektor auf. Machten OLED-Bildschirme im ersten Quartal des Vorjahres gerade mal zwei Prozent der Lieferungen in diesen Markt aus, waren es ein Jahr später schon sieben Prozent. Wer sein Gebrauchtgerät reparieren oder aufbereiten lässt, bekommt also zunehmend Technik, die früher eher den Neugeräten vorbehalten war.
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