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Antisemitismusbeauftragter Klein kritisiert Israels Siedlungspolitik
Auch der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Klein, schließt sich der deutlichen Kritik an Israels Siedlungspolitik an. Zugleich mahnt er, Kritik an Israel dürfe niemals in Antisemitismus umschlagen.
Seit 1967 hält Israel das Westjordanland besetzt. In dem Gebiet leben rund drei Millionen Palästinenser und mehr als 500.000 Israelis, deren Siedlungen nach internationalem Recht illegal sind. Zuletzt hatte eine Ausschreibung für das Siedlungsprojekt E1 für neue internationale Kritik gesorgt.
Dieser Kritik schließt sich auch der scheidende Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, an. Er nannte die israelische Siedlungspolitik völkerrechtswidrig. Sie führe "weg von der Zwei-Staaten-Lösung, die letztlich kommen muss", sagte Klein dem Kölner Stadt-Anzeiger.
Klein forderte von der israelischen Regierung, "mit Diplomatie und nicht immer nur mit Härte vorzugehen." Außerdem kritisierte er die "oftmals lasche Behandlung von Siedlergewalt gegen palästinensische Familien im Westjordanland". Die israelische Justiz müsse dies "ganz klar verfolgen".
Israel hat im Schatten des Iran-Kriegs die Schaffung von 34 Siedlungen im besetzten Westjordanland gebilligt.
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Am Freitag war es zu einem neuen Zwischenfall gekommen, ein Israeli erschoss nach Angaben örtlicher Behörden einen 17-jährigen Palästinenser. Der Schütze habe eine Gruppe jüdischer Siedler bewacht, die das Gebiet eines palästinensischen Dorfes betreten hätten. Nach Angaben des israelischen Militärs bewarfen Dorfbewohner die Siedler mit Steinen und verletzten einige, woraufhin der Mann das Feuer eröffnet habe.
Ähnliche Vorfälle hatten es zuletzt häufiger gegeben. Mehrere Palästinenser wurden dabei seit Jahresbeginn getötet. Israelische Sicherheitskräfte stehen oft daneben und schreiten nicht ein. Strafrechtlich verfolgt werden die Taten meist nicht.
Klein warnte vor Kritik an Israel, die in Antisemitismus umschlage. "Kritik an israelischer Politik wird dann antisemitisch, wenn das Existenzrecht Israels infrage gestellt wird. Oder wenn man Israel dämonisiert - etwa durch einen Vergleich mit den Nationalsozialisten." Kritik an Israel müsse vergleichbar sein mit der Kritik an anderen Staaten. "Einwände gegen die Trump-Regierung schlagen in der Regel nicht um in Antiamerikanismus."
Klein scheidet Ende August nach acht Jahren aus dem Amt des Antisemitismusbeauftragten aus, um Botschafter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zu werden.
Israel will neue Siedlungen bauen, die einen zusammenhängenden Palästinenserstaat unmöglich machen könnten.
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