// TAGESSCHAU INLAND — CRONACA
AfD-Vorsitzender Chrupalla nennt Klimawandel "Nebenthema"
Deutschland erlebt einen Extremsommer mit Hitzetoten und Waldbränden. Der AfD-Vorsitzende Chrupalla kritisiert dennoch einen "Klima-Hype". Es brauche "einfach mehr Strom, dann können wir kühlen", sagte er im ARD-Sommerinterview.
Verdorrte Felder, tagelange Waldbrände und vielerorts ungewöhnlich viele Tage mit Temperaturen von mehr als 30 Grad - dieser Sommer verdeutlicht laut Experten, dass sich das Klima in Deutschland verändert. So meldet das Robert Koch-Institut mehr als 14.000 Hitzetote seit Jahresbeginn. Landwirte warnen vor massiven Ernteausfällen. Die niedrigen Pegelstände der deutschen Flüsse setzen Umwelt und Wirtschaft zu.
Der AfD-Vorsitzende Tino Chrupalla spricht dennoch von "Panikmache" und einem "Klima-Hype". "Ich habe auch für diesen Sommer nicht gesehen, dass wir einen exorbitant unterschiedlichen Sommer hatten zu anderen Jahren", sagte er im ARD-Sommerinterview.
"Klima ist graduell ein Nebenthema", mit dem man "von den wirklichen Problemen ablenken" wolle, sagte Chrupalla. Die Menschen treibe vielmehr um, wie es um ihre Rente stehe und ob Gas und Strom noch bezahlbar seien.
Faktenfinder
23.08.2026
Der AfD-Vorsitzende Chrupalla war im ARD-Sommerinterview zu Gast.
mehr
Die AfD halte den Anteil, den die Menschheit am Klimawandel trage, für "gering", sagte Chrupalla. In der Forschung herrscht jedoch Konsens, dass die Hauptursache des durchschnittlichen Temperaturanstiegs seit spätestens Anfang der 1990er-Jahre die menschliche Aktivität ist.
Statt einen weiteren Anstieg der Temperaturen zu verhindern, fordert die AfD "Klimaanpassung". Es müsse "Klimaanlagen für alle" geben - und Deutschland brauche "einfach mehr Strom, dann können wir kühlen", so Chrupalla. In Wohnheimen, Krankenhäusern und Schulen fehlten Klimaanlagen.
Um Städte und Gemeinden zu kühlen, müsse zudem der Wald aufgeforstet werden. Für Windkraftanlagen dürfe kein Wald mehr gerodet werden, forderte der AfD-Chef.
Damit deutete Chrupalla an, dass Windräder für Waldrodungen in größerem Umfang verantwortlich seien. Doch im Vergleich gehört Windkraft zu den platzsparenden Energiequellen. 0,5 Hektar Freifläche, die nicht renaturierbar ist, entstehen laut Fachagentur Windenergie durch eine Anlage in Wäldern. Ein Fußballfeld liegt etwa bei 0,7 Hektar.