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„Computer History“: OpenAI bringt Windows-Recall-ähnliche Funktion auf Macs
Business-, Enterprise- und Pro-Nutzer können ihre gesamte Rechnerarbeit unter macOS künftig von ChatGPT mitschreiben lassen. Die Memory-Files liegen offen.
Computer History in Aktion, hier in der Menüleiste: Die KI weiß, was Du neulich getan hast.
User der offiziellen ChatGPT-App für macOS können nun ein neues Feature aktivieren, das die gesamte Rechnernutzung erfasst. Die Funktion namens „Computer History“ war bereits seit einigen Wochen in den USA und anderen Weltregionen verfügbar, nicht jedoch innerhalb der Europäischen Union. Ende letzter Woche änderte sich das, auch die Freischaltung in der Schweiz, in Norwegen, Island und Großbritannien ist erfolgt. Ein Kurztest zeigt, wie OpenAI das Feature umsetzt und wie die Daten dabei (nicht) geschützt werden. Computer History erinnert dabei an das höchst umstrittene Windows Recall, nur dass hier keine Screenshots auf der Platte landen – allerdings gibt es keinerlei Verschlüsselung.
Einzelnutzer können Computer History, das der Nachfolger des experimentellen Codex-Chronicle-Features ist, nur verwenden, wenn sie das rund 100 Euro teure Pro-Abo nutzen. Ansonsten ist das Feature für Business- und Enterprise-Kunden verfügbar, sofern der zuständige Administrator es zulässt. OpenAI betont, dass es sich um eine Opt-in-Funktion handelt. Ob die Daten auch für das Training der OpenAI-Modelle verwendet werden dürfen, entscheidet offenbar der Trainings-Hauptschalter in den Account-Einstellungen. Dieser war bei unseren Versuchen abgeschaltet. Einzelne Apps, die Computer History nicht erfassen soll, können ausgeschlossen werden, zudem kann man auch bestimmte Websites ausnehmen.
Computer History erfasst die Daten der Mac-Nutzung über Apples Barrierefreiheitsfunktionen, laut OpenAI unter anderem auch die Tastatur- und Mausnutzung. Da man der ChatGPT-App auch die Möglichkeit einräumen muss, Screenshots anzulegen, könnten auch diese Verwendung finden; ob das in der Praxis so ist, ließ sich nicht feststellen. Die Beobachtung des Nutzers lässt sich in der Menüleiste über das ChatGPT-Icon erkennen. Dieses ist dann mit einem petrolfarbenen Pixel gekennzeichnet und erlaubt die Auswahl eines Computer-History-Menüs. Dort werden dann unter „Recent“ / „Zuletzt verwendet“ die Apps eingeblendet, die ChatGPT erfasst hat. Von dort aus gelangt man auch in die History-Übersicht. Diese fasst in knappen Worten zusammen, welche Tätigkeiten am Rechner erfolgt sind. Das stimmt meistens, teilweise generiert ChatGPT aber auch Unverständliches, etwa indem interne Programmbezeichnungen verwendet werden, wenn man mit ChatGPT selbst gearbeitet hat.
Interessanter als diese Zusammenfassungen sind die Memory-Dateien, die ChatGPT regelmäßig ablegt und die – zu unserem Erstaunen – im Dateisystem frei zugänglich sind. Man erreicht sie, indem man das Ordnersymbol neben dem Eintrag in den Computer-History-Zusammenfassungen antippt. Die Textdateien, allesamt KI-typisch in Markdown abgefasst, enthalten deutlich detailliertere Infos. Sie liegen im Ordner .codex/memories/extensions/skysight/resources im Nutzerverzeichnis und scheinen nicht gelöscht zu werden. Oft sind diese Dateien aktueller als das, was in der Übersicht in der App erscheint. Es gibt allerdings auch noch einen weiteren, internen Zwischenspeicher, der noch mehr Daten enthält, allerdings nicht direkt zugänglich ist.
Diesen kann man abfragen, indem man den Chatbot mit dem Kommando @Computer History anspricht. Darüber gelang es uns unter anderem, sensible besuchte Websites sowie eine als „geheim“ gekennzeichnete Notiz in der Notizen-App abzurufen. Bei letzterer behauptete das Memory-File, sie sei „nicht sicher genug sichtbar“ gewesen, um sie zu lesen – über den Chatbot selbst und obiges Kommando war die Notiz aber problemlos zugänglich. Das Memory-File enthielt auch eine Übersicht über bereits vorhandene Notizen (siehe Screenshot).
Computer History ist eine mächtige Funktion. Da Nutzer nicht sehen können, was ChatGPT intern wirklich speichert und die Verarbeitung wie